Shutterstock / Borislav Bajkic

Energiepartner Andalusien baut seine Rolle als europäischer H2-Hotspot aus

Zu Gast in Andalusien: Bei der Europäischen Wasserstoffkonferenz EHEC in Sevilla organisierte die Landesagentur e-mobil BW neben einem Gemeinschaftsstand für baden-württembergische Unternehmen ein vielseitiges Zusatzprogramm zur Vernetzung der spanisch-deutschen Wasserstoffbranchen. Die Region Andalusien ist Vorreiter der H2-Wirtschaft und bot den Besucherinnen und Besuchern spannende Inputs für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft.

Vor einer gelben Wand mit dem Logo von e-mobil BW posiert eine Gruppe von schick angezogenen Menschen in der Messehalle.
Am Gemeinschaftsstand von e-mobil BW trafen Vertreterinnen und Vertreter der Regionalverwaltung mit dem Minister für Industrie, Energie und Bergbau Andalusiens auf Vertreterinnen und Vertreter des baden-württembergischen Umweltministeriums.
e-mobil BW

Die baden-württembergische Unternehmensdelegation des Cluster Brennstoffzelle BW wurde zum Auftakt der Europäischen Wasserstoffkonferenz (EHEC) in Sevilla mit einem starken Signal empfangen: Für das 400 Megawatt-Elektrolyseurprojekt des Moeve-Konzerns - ehemals Cepsa – wurde die finale Investitionsentscheidung getroffen. Beim Unternehmensbesuch vor Ort wurde deutlich: Im spanischen „Hydrogen Valley“ entsteht eine integrierte Wertschöpfungskette. Der lokal erzeugte grüne Wasserstoff wird künftig im Raffinerie-Standort Huelva im großen Stil verwendet werden, aber auch für den Export zur Verfügung stehen.

 

Schulterschluss für Wasserstoff und H2-Derivate

Die spanische Region Andalusien und Baden-Württemberg arbeiten seit Jahren eng zusammen und haben im Oktober 2023 eine Klima- und Energiepartnerschaft unterzeichnet. Anfang des Jahres 2025 folgte die Unterzeichnung eines Aktionsplans, der die Umsetzung der Partnerschaft mit thematischen Schwerpunktsetzungen und Maßnahmen im Bereich Industrie und Wissenschaft untermauert. „Wir sehen Deutschland als Eckpfeiler künftiger Nachfrage, sagte Enrique Iglesias Barbero von Moeve“ bei der von e-mobil BW und weiteren Partnern organisierten spanisch-deutsche Expertenrunde. „Aber Deutschland ist auch wichtiger Partner für technologische Exzellenz, die wir brauchen, wenn wir als Europa angesichts der geopolitischen Lage die Resilienz und Unabhängigkeit unseres Energiesystems erhöhen wollen.“ Dies sind Ziele, die auch im gemeinsamen Aktionsplan zwischen Baden-Württemberg und Andalusien verankert sind. In mehreren Workshops und Veranstaltungen im Rahmen der EHEC wurde intensiv an konkreten nächsten Schritten gearbeitet. Es gilt, einen klaren Fahrplan zu erarbeiten und umzusetzen, um die künftige H2-Wirtschaft anzustoßen.

 

Minister Paradela bekräftigt die Zusammenarbeit

Beim Besuch des baden-württembergischen Gemeinschaftsstands auf der EHEC unterstrich der andalusische Industrieminister Jorge Paradela erneut den hohen Stellenwert der Kooperation von Andalusien und Baden-Württemberg und betonte die gemeinsamen Chancen beim Aufbau einer europäischen Wasserstoffwirtschaft. Die Etablierung europäischer Wasserstoff-Wertschöpfungsketten kann dazu beitragen, künftig weniger abhängig von Energieimporten aus anderen Weltregionen zu sein.

Da Wasserstoffpipelines erst im kommenden Jahrzehnt verfügbar sein werden, stellt sich schon heute eine zentrale Frage: Wie kommen bereits in den kommenden Jahren grüne Moleküle aus Spanien nach Deutschland insbesondere nach Baden-Württemberg, um die Energieversorgung langfristig zu sichern? Wie müssen die Logistikketten in Europa aufgebaut werden, sodass Energieträger wie Ammoniak und Methanol in den benötigten Mengen dort ankommen, wo sie gebraucht werden? Welche Rolle spielen dabei Häfen und andere Transportoptionen wie die Schiene und welche Kosten sind konkret damit verbunden?

 

Workshop liefert wichtige Erkenntnisse

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, hat die e-mobil BW und das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg mit dem starken Partnernetzwerk aus dem Ministerium für Industrie, Bergbau und Energie der Region Andalusien, dem Clúster Andalus del Hidrógeno und NRW.Energy4Climate in Sevilla relevante Experten entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammengebracht. Wichtige Erkenntnis: Nur gemeinsam kann das Wasserstoff-Ökosystem entwickelt werden. Dringend benötigt werden langfristige Abnahmeverträge von Wasserstoff und Wasserstoffderivaten sowie verbindliche Zusagen aller Akteure entlang der gesamten Lieferkette. Diese müssen durch entsprechende regulatorische Rahmenbedingungen flankiert werden.

Zu den Teilnehmenden und Diskutanten vor Ort zählten Produzenten wie Moeve, HyFive, Hyren, Renewco und Alener. Ebenso vertreten waren wichtige Transport- und Infrastrukturakteure wie der Port of Huelva, der Port of Algeciras, der Port of Rotterdam sowie der Duisburger Hafen (duisport). Auch Logistikunternehmen und Betreiber entlang der Transportkette, darunter DB Cargo und VTG Europe im Schienenbereich sowie Exolum, Impala und Tepsa im Bereich Speicherung und Bunkering, beteiligten sich an den Diskussionen.

 

Logo von Baden-Württemberg.de
Logo of E-Mobil BW