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© Shutterstock / Borislav Bajkic

HyExpert-Projekt stellt regionale H2-Roadmap vor

Bei der Abschlussveranstaltung des Projekts „Hy-NATuRe“ wurde die Roadmap für eine Wasserstoffwirtschaft in der Region Neckar-Alb-Tübingen-Reutlingen präsentiert. Im Rahmen des HyLand-Wettbewerbs standen in der HyExpert-Region für rund ein Jahr Fragestellungen zum regionalen Einsatz von grünem Wasserstoff im Fokus.

Luftaufnahme einer Stadt am Ufer eines Gewässer, zu dem eine moderne Brücke führt.
Bei der Abschlussveranstaltung am 29. Juni 2023 wurde eine regionale Roadmap zur Etablierung einer Wasserstoffwirtschaft vorgestellt.
© Shutterstock/Raland

Seit gut einem Jahr treiben die Landkreise Tübingen und Reutlingen das Thema grüner Wasserstoff mit dem Projekt „Hy-NATuRe“ (Wasserstoff – Neckar-Alb-Tuebingen-Reutlingen) gemeinsam voran. Am 29. Juni 2023 wurde im Rahmen der vorläufigen Abschlussveranstaltung des Projekts die entwickelte Roadmap für eine regionale Wasserstoffwirtschaft vorgestellt. Diese enthält konkrete Handlungsempfehlungen, die sich an Politik, Verwaltung und Unternehmen der Region Neckar-Alb richten. Um eine regionale Wasserstoffwirtschaft zu etablieren, sollte das entstandene Wasserstoffnetzwerk ausgebaut und die Informations- und Öffentlichkeitsarbeit verstärkt werden. Empfohlen wird in der Roadmap zudem, Lernwerkstätten einzurichten und Genehmigungsprozesse gerade für kleine Wasserstofferzeuger zu vereinfachen.

 

Region mit hohem Bedarfspotenzial an Wasserstoff

Grundlage der Roadmap sind Berechnungen, wie viel Wasserstoff potenziell in der Region benötigt wird und auch erzeugt werden könnte. Prognosen zufolge wird der Wasserstoffbedarf in den Landkreisen Reutlingen und Tübingen bis 2030 bei etwa 1.500 Tonnen bzw. 50 Gigawattstunden und bis 2045 bei etwa 13.500 Tonnen bzw. 450 Gigawattstunden liegen, vor allem im Verkehrssektor. So soll Wasserstoff künftig beispielsweise für den Betrieb von Wasserstoffbussen im öffentlichen Personennahverkehr, von Wasserstoff-LKW in der Logistik und von Wasserstoffnutzfahrzeugen, z.B. Müllfahrzeugen genutzt werden. Auch der Einsatz von wasserstoffbetriebenen Zügen ist denkbar. Mittelfristig soll der Einsatz von regionalem, grünen Wasserstoff im Bereich Gebäudetechnik und die Umstellung von Industrieprozessen dazu beitragen, den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen in den Landkreisen zu verringern.

 

Lokale Erzeugung vielversprechend

Bei der Gegenüberstellung der lokalen Erzeugungs- und Bedarfspotenziale wurde deutlich, dass bis zum Jahr 2035 ein Großteil des benötigten Wasserstoffs regional erzeugt werden kann. Zahlreiche Vorhaben zur Erzeugung von grünem Wasserstoff aus erneuerbarem Strom mittels Elektrolyse sowie aus Biogas sind bereits in der Region im Gange.

 

Fortführung von Hy-NATuRe möglich

Eine aktuell für das Projekt durchgeführte Umfrage zeigt, dass die beteiligten Akteure weiterhin das Interesse und den Bedarf an einer Fortsetzung der Aktivitäten von Hy-NATuRe haben. Dazu gehören Netzwerktreffen, Workshops und Informationsveranstaltungen, um die Wasserstoffwirtschaft in der Region weiter voranzubringen. Die beiden Landkreise gaben an, das Netzwerk weiterführen zu wollen und freuen sich auf die Chance, einen Beitrag zur Energiewende in der Region zu leisten. 

 

HyLand Wasserstoffregionen

„HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“ ist ein 2019 vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) ausgerufener Wettbewerb, der sich bereits in der zweiten Runde befindet. In der ersten Runde war der Landkreis Reutlingen 2020/21 bereits als HyStarter-Region erfolgreich. In der zweiten Wettbewerbsstufe HyExperts haben sich die Landkreise Reutlingen und Tübingen gemeinsam erfolgreich beworben. Die Entwicklung der Region „Hy-NATuRe“ als Wasserstoffregion wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP2) mit insgesamt 400.000 Euro durch das Bundesverkehrsministerium gefördert.

 

Quelle: Landkreis Tübingen

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