Die neue Wasserstofftankstelle in Waiblingen ist in Betrieb. Nach dem Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur erfolgt nun der Ausbau der Fahrzeugflotten und der regionalen Energieerzeugung. Der Rems-Murr-Kreis und die Stadt Waiblingen investieren gemeinsam 11,7 Millionen Euro. Weitere fünf Millionen Euro stammen aus Bundesfördermitteln des Projekts H2Rivers.

In Waiblingen ist die neue Wasserstofftankstelle ab Mai 2026 zunächst für den ÖPNV geöffnet. Errichtet von GP Joule mit den Stadtwerken Waiblingen als Gemeinschaftsbetrieb „Hy.Waiblingen“. Ab Juni 2026 sollen neben den Bussen für den städtischen ÖPNV auch LKW und Autos tanken können.
Woher stammt der Wasserstoff für die neue Wasserstofftankstelle? Und was macht das Projekt zu einer regionalen Wertschöpfungskette? Ab Anfang 2027 soll ein 2 MW Elektrolyseur vor Ort grünen Wasserstoff produzieren und die Tankstelle versorgen. Parallel ist geplant, die entstehende Abwärme in das städtische Wärmenetz einzuspeisen. Das Projekt gilt damit als bundesweites Leuchtturmvorhaben.
Der Rems-Murr-Kreis und die Stadt Waiblingen investieren insgesamt gemeinsam 11,7 Millionen Euro in das Projekt – jeweils hälftig. Hy.waiblingen hat für das Projekt insgesamt 5 Mio. Euro an Bundesfördermitteln erhalten. Das Vorhaben ist Teil des Verbundprojekts H2Rivers der Metropolregion Rhein-Neckar, Konsortialführer ist die MRN GmbH, und wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie durch den Bund gefördert. Ziel des Förderprojekts H2Rivers ist der Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft – von der Erzeugung über die Betankung bis zum emissionsfreien Betrieb von Bussen und Schwerlastverkehr. Ein Teilprojekt davon ist Hy.Waiblingen.
Durch die Umstellung des ÖPNV wird eine Grundauslastung der neuen Wasserstofftankstelle in Waiblingen sichergestellt. Die ersten sechs Wasserstoffbusse für den Linienbetrieb im Rems-Murr-Kreis gehen seit Mai 2026 schrittweise in den Testbetrieb. Weitere sieben Gelenkbusse sollen bis Jahresende folgen. Ab August 2027 sollen große Teile des Busverkehrs in Waiblingen, Fellbach-Kernen und Weinstadt/Korb emissionsfrei unterwegs sein. Ein ähnlicher Ansatz wurde bereits im Landesprojekt H2Rhein-Neckar verfolgt, das von der e-mobil BW koordiniert wurde. Dort entstanden in Mannheim und Heidelberg zwei teilöffentliche Wasserstofftankstellen mit 350- und 700-bar-Technologie. Parallel dazu wurden mit Unterstützung des Landes insgesamt 48 Brennstoffzellen-Range-Extender-Gelenkbusse für den Linienbetrieb eingeführt. Wie in Waiblingen dient auch dort der ÖPNV als Ankerkunde für den wirtschaftlichen Betrieb der Wasserstoffinfrastruktur. Gleichzeitig stehen die Tankstellen zusätzlich für Lkw und Pkw zur Verfügung. Damit zeigen beide Projekte, wie sich Wasserstoffmobilität über kommunale Flotten schrittweise in den regionalen Markt integrieren lässt.
