Ob die Beimischung von Wasserstoff in das Gasnetz für Stadtwerke künftig ein interessantes Modell sein kann, thematisierte ein Workshop der Plattform H2BW am 15. April 2026. Welche Bedeutung dies für die Umsetzung der Energiewende hat, wurde intensiv diskutiert. Die Veranstaltung richtete sich gezielt an Vertreterinnen und Vertreter von Stadtwerken und bot praxisnahe Einblicke in bereits laufende Projekte.
Zur Wasserstoffversorgung Baden-Württembergs spielen neben der H2-Infrastruktur über Pipelines auch regionale Wasserstoff-Hubs und damit verbunden die lokale Erzeugung von Wasserstoff eine entscheidende Rolle. In diesem Kontext wird die Beimischung von lokal erzeugtem klimafreundlichem Wasserstoff in das Erdgasnetz diskutiert.Welche Chancen und Herausforderungen dieses Modeel insbesondere für Stadtwerke und kommunale Energieversorger bietet, organisierte die Plattform H2BW am 15. April 2026 einen Online-Workshop. Teilnehmerinnen udn Teilnehmer des Fachworkshops erhileten durch die Vorstellung von Praxisbeispielen und einer moderierten Diskussion einen Einblick in die Thematik.
Die Beimischung von Wasserstoff in das bestehende Erdgasnetz gilt als ein möglicher Baustein der Energiewende. Dabei wird dem fossilen Erdgas ein definierter Anteil Wasserstoff beigemischt, um die CO2-Emissionen schrittweise zu reduzieren, ohne die vorhandene Infrastruktur vollständig ersetzen zu müssen. Dieses Vorgehen ermöglicht es, erste Erfahrungen mit Wasserstoff im Energiesystem zu sammeln und die Integration perspektivisch auszubauen. Gleichzeitig sind technische, regulatorische und wirtschaftliche Fragen zu klären, etwa hinsichtlich der Materialverträglichkeit der Netze, der Endgeräte sowie der langfristigen Wirtschaftlichkeit.
Im Rahmen des Fachworkshops gaben zwei Business Cases Einblicke in laufende Projekte, bei denen die H2-Beimischung derzeit effizient betrieben wird. Das Stadtwerk Haßfurt in Bayern und die Green Hydrogen GmbH Esslingen betreiben jeweils einen Elektrolyseur mit einer Leistung von 1 Megawatt und speisen Teile des produzierten Wasserstoff in das Erdgasnetz ein. Angeschlossene Projekte wie die Rückverstromung und Abwärmenutzung der H2-Produktion wurden dabei ebenfalls vorgestellt. Das Ingenieurbüro EMCEL gab zudem einen Überblick über Rahmenbedingungen und technologische Voraussetzungen für die H2-Beimischung von vor Ort erzeugtem Wasserstoff.
Mit dem Förderprogramm „ELY“ unterstützt das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft gezielt die lokale Wasserstofferzeugung mittels Elektrolyse. Im ersten Förderaufruf werden acht Projekte im Land mit rund 50 Millionen Euro unterstützt. Der zweite Förderaufruf ist erneut mit Mitteln in Höhe von rund 50 Millionen Euro hinterlegt und wurde im März 2026 veröffentlicht. Bis zum 18. Mai 2026 können Anträge eingereicht werden.
Im nächsten Schritt sind weitere Diskussionen zur Fragestellung der effizienten H2-Beimischung für Stadtwerke geplant und gewünscht. Damit die Plattform H2BW passende Formate und entsprechende Inhalte bereitstellen kann, sind Expertenmeinungen und Einblicke in die Praxis essenziell. Sie sind in einem Stadtwerk tätig oder planen, einen Elektrolyseur zu betreiben? Die Plattform H2BW nimmt Anmerkungen und Inputs zum Thema gerne auf. Für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft gilt es, alle Glieder entlang der Wertschöpfungskette mitzudenken.
Inputs zum Thema „H2-Beimischung für Stadtwerke“ gerne per Mail an: volker.banhardt(at)e-mobilbw.de
