Der Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate zeigt: Baden-Württemberg treibt den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft kontinuierlich voran. Mit dem Anfang des Jahres veröffentlichten Förderaufrufs für Elektrolyseure (ELY) hat das Umweltministerium eine Basis für lokale H2-Erzeugung im Land geschaffen. Im Rahmen der Jahresabschluss-Veranstaltung der Plattform H2BW wurden die Zuwendungsverträge offiziell an acht geförderte Projekte übergeben. Damit können die Elektrolysekapazitäten im Land gezielt ausgebaut werden.
Das Wasserstoff-Jahr 2025 war von positiven Entwicklungen geprägt, die für eine korrekte Bewertung allerdings immer vor dem Hintergrund der (inter)nationalen Umwelt- und Wirtschaftspolitik betrachtet werden müssen - So fasste Prof. Markus Hölzle, Vorsitzender des Wasserstoff-Beirats Baden-Württemberg das vergangene Jahr aus Sicht der H2-Branche zusammen. Bei der Jahresabschlussveranstaltung der Plattform H2BW heute blickten mehr als 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf intensive zwöf Monate zurück. Gemeinsam mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft organisierte die Plattform H2BW das Branchentreffen in Stuttgart.
Ein Resümee der Entwicklungen der Wasserstoffwirtschaft in Baden-Württemberg machte deutlich: Im Jahr 2025 kam weiter Bewegung in die H2-Branche. Allerdings erfordern weitere Schritte beim Wasserstoffhochlauf konkrete Initiative seitens der Landes- und vor allem auch der Bundesregierung - Das betonte der Wasserstoff-Beirat Baden-Württemberg Ende November bereits gegenüber der Bundespolitik. Trotz der Etablierung als starker Technologie- und Industriestandort und zahlreichen Projekten, Initiativen und Unternehmen der Wasserstoffwirtschaft, würden Baden-Württembergs Voraussetzungen beim H2-Hochlauf beispielsweise bei Fragen der Kern- und Verteilnetzausgestaltung oder regulatorischen Anforderungen nicht ausreichend beachtet. Daher wurden nach Berlin auch in Stuttgart die drei wesentlichen Handlungsfelder vorgestellt, die aus Sicht des Wasserstoff-Beirats den Anschluss an globale Marktentwicklungen und Technologietrends ermöglichen und die Potenziale im Bundesland auszuschöpfen.
Weitere Impulse aus der industriellen Anwendung von Wasserstoff sowie Best Practice Beispiele für Elektrolyseure zeigten, welche Herausforderungen aktuell für potenzielle Wasserstoffhersteller sowie -Anwender bestehen und welche Lösungsansätze wirksam sind.
Für eine baden-württembergische H2-Wirtschaft spielt die Sicherstellung einer künftigen Wasserstoffversorgung eine entscheidende Rolle. Um aufzuzeigen welche Versorgungsoptionen und -wege in Frage kommen, hat das Umweltministerium ein Wasserstoff-Versorgungskonzept erarbeitet. Dieses nennt 15 Maßnahmen, welche die Landesregierung umsetzen kann, um den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Baden-Württemberg nachhaltig zu unterstützen. Neun Handlungsempfehlungen an den Bund sowie die Europäische Union (EU) ergänzen die Maßnahmen auf Landesebene. Neben dem Ausbau der bundesweiten H2-Infrastruktur geht das Konzept insbesondere auf internationale Transportoptionen und Erzeugung sowie die regionale H2-Produktion zur Versorgung mit Wasserstoff ein. Damit legt das H2-Versorgungskonzept eine strategische Basis dar, die als Leitlinie bei Aufbau einer zukunftsfesten Versorgung mit Wasserstoff dienen kann.
Im Binnenland Baden-Württemberg kommt der lokalen H2-Erzeugung eine zentrale Bedeutung zu. Im Frühjahr 2025 hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes daher das Förderprogramm für Elektrolyseure (ELY) ins Leben gerufen. Mit einem Fördervolumen von über 100 Millionen Euro ist das Programm die bislang größte Einzelinvestition Baden-Württembergs in die regionale Wasserstofferzeugung. Im ersten Förderaufruf von 2025 werden insgesamt 50,7 Millionen Euro wirksam und schaffen eine neue Elektrolysekapazität von 55 Megawatt. Für 2026 ist ein zweiter Förderaufruf geplant.
Im Rahmen der heutigen Veranstaltung in Stuttgart wurden die Zuwendungsverträge an die ersten acht geförderten Projekte übergeben. "Durch die geförderten Projekte erhöhen wir die Elektrolyseleistung in Baden-Württemberg um mehr als das Doppelte. Das ist ein erster Meilenstein für die regionale Wasserstoffwirtschaft", erklärte Energieministerin Thekla Walker heute in Stuttgart. Gefördert werden Elektrolyse-Vorhaben über unterschiedliche Sektoren hinweg, drunter kommunale Stadtwerke sowie industrielle Anwendungen. Der zukünftig erzeugte Wasserstoff soll vorwiegend in Industrie sowie im Mobilitätssektor zum Einsatz kommen und energetisch oder stofflich genutzt werden.
Alle Details zu den geförderten Projekten werden in Kürze auch auf der Website der Plattform H2BW veröffentlicht.
Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Plattform H2BW
