Das Bundesministerium für Verkehr hat eine eine Marktkonsultation zur Förderung von strombasiertem erneuerbarem Kerosin (eSAF) gestartet. Dadurch soll der Markthochlauf klimafreundlicher Kraftstoffe im Flugverkehr beschleunigt werden. Meldungen können bis zum 30. Juni 2026 abgegeben werden.
Um den Markthochlauf klimafreundlicher Flugkraftstoffe zu beschleunigen und Hemmnisse für Investitionen abzubauen, hat das Bundesministerium für Verkehr (BMV) eine öffentliche Marktkonsultation zur geplanten Förderung von strombasiertem erneuerbarem Kerosin (electricty-based Sustainable Aviation Fuel, eSAF) gestartet. Insgesamt stehen hierfür Fördermittel in Höhe von bis zu zwei Milliarden Euro bereit.
Erneuerbares Kerosin wird aus klimafreundlichem Wasserstoff und nachhaltigem Kohlenstoff hergestellt. Der Kraftstoff als wichtiger Baustein für die Transformation der Luftfahrt hin zur Klimaneutralität. Wird erneuerbares Kerosin in Europa hergestellt, kann zudem zu mehr Unabhängigkeit bei der langfristigen Versorgung mit Flugkraftstoffen beigetragen werden. Die eSAF-Förderung des BMV ist das erste Projekt im Rahmen der europäischen "eSAF Early Movers Coalition" und soll anderen Mitgliedsstaaten als Blaupause für weitere Förderprogramme dienen. Die europäische Initative zielt auf die Beschleunigung der Produktion und Nutzung von strombasierten, synthetischen Flugkraftstoffen und wurde durch den den Sustainable Transport Investment Plan (STIP) initiiert. Neben Deutschland sind Österreich, Finnland, Frankreich, Luxemburg, die Niederlande, Portugal und Spanien beteiligt.
Für die Herstellung von eSAF im industriellen Maßstab sind erhebliche Investitionen notwendig. Parallel dazu bestehen allerdings Unsicherheiten auf der Nachfrageseite, besipielsweise durch fehlende langfristige Abnahmeverträge. Mit der geplanten Förderung des BMV sollen diese Herausforderungen gezielt angegangen werden. Kern des Förderdesigns ist ein sogenannter Doppelauktionsmechanismus, der auf dem H2Global-Instrument basiert. Dabei werden langfristige Abnahmeverträge mit Produzenten von eSAF sowie kurzfristige Verkaufsverträge mit Kraftstoffinverkehrbringern kombiniert. Ein Intermediär gleicht die Differenz zwischen den jeweils wettbewerblich ermittelten Angebots- und Nachfragepreisen aus.
Zum vorgesehenen Förderdesign sind Unternehmen und weitere Marktteilnehmer eingeladen, im Rahmen der nun gestarteten Konsultation ihre Einschätzungen und Erfahrungen einzubringen. Die Ergebnisse fließen in die weitere Ausgestaltung der Förderung sowie in das beihilferechtliche Notifizierungsverfahren bei der Europäischen Kommission ein.
Eine detaillierte Beschreibung des Förderansatzes sowie ein Fragebogen stehen in englischer Sprache online zur Verfügung. Beiträge können bis zum 30. Juni 2026 eingereicht werden.
Quelle: Bundesministerium für Verkeher (BMV), Europäische Kommission
